KoNAP NRW - „KompetenzNetz Angehörigenunterstützung und Pflegeberatung“

In Nordrhein-Westfalen leben aktuell ca. 640 000 Pflegebedürftige, mehr als die Hälfte davon werden zuhause versorgt (IT.NRW 2015). Sowohl die Betroffenen als auch der Gesetzgeber haben ein großes Interesse daran, die häusliche Versorgung in gewohntem Umfeld so lange wie möglich zu gewährleisten. Dafür ist eine kompetente und objektive Beratung elementar, um aus einer Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten die passenden Angebote zu finden und entsprechend dem Leistungsspektrum der Sozialgesetzgebung einzusetzen. Da seit Einführung des gesetzlichen Anspruchs auf eine Pflegeberatung (§7a SGB XI) eine vielfältige Beratungsstruktur in NRW entstanden ist, stellt es sich für die Patienten und Angehörigen als besonders schwierig heraus, einen für den individuellen Informationsbedarf geeigneten Ansprechpartner zu identifizieren.

Aus diesem Grund wurde das Modellprojekt KoNAP auf Initiative des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, den Landesverbänden der Pflegekassen und dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) am 01.01.2017 ins Leben gerufen. Das Projekt besteht aus einer Landeskoordinierungsstelle und aus jeweils einer Regionalstelle in den fünf Regierungsbezirken des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Laufzeit ist zunächst bis zum 31.12.2018 befristet. Finanziert wird das Projekt von den Pflegekassen, dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. und dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf ist der Träger von KoNAP der Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland e.V. (QVG), welcher die Regionalstelle am St. Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort angesiedelt hat. Das Haus steht in Trägerschaft der St. Franziskus-Stiftung Münster.

Ziel des KoNAP-Projekts ist die Stärkung der selbstbestimmten Lebensgestaltung von Pflegebedürftigen, insbesondere auch von Menschen mit Demenz, und ihren Angehörigen. Für ein selbstbestimmtes Leben trotz Unterstützungs- und Pflegebedarf ist laut Initiatoren eine „empathische, kompetente und objektive Beratung unverzichtbar“. Die Zielschwerpunkte liegen daher auf der Beratung einerseits und der Angehörigenunterstützung andererseits. Darin inbegriffen ist eine Herstellung von Transparenz über existierende Beratungs- und Selbsthilfestrukturen. Zusätzlich sollen Impulse für die Beratungsstellen vor Ort gesetzt und lokale Strukturen der Pflegeberatung unterstützt werden. Die Netzwerkarbeit und fachliche Diskurse über Inhalte und Qualität von Pflegeberatung auf Landesebene werden durch das KoNAP-Projekt intensiviert, des Weiteren findet eine Unterstützung der Selbsthilfepotentiale pflegender Angehöriger statt.

Die Umsetzung der Ziele soll zum einen durch ein Lotsentelefon und zum anderen durch eine Internetplattform unterstützt werden. Voraussichtlich ab  Herbst 2017 können Ratsuchende über eine landesweit einheitliche Telefonnummer erfahren, an welche Pflegeberatungsstelle in ihrer Nähe sie sich wenden können. Ergänzt werden soll dieses Lotsentelefon durch eine Informationsplattform, auf der Pflegebedürftige und ihre Angehörigen neben Adressdaten auch eine Vielzahl an Informationen rund um das Thema „Pflege in NRW“ erhalten. Zusätzlich wird diese Plattform ein gesondertes Angebot für die Akteure der Pflegeberatung und Selbsthilfe offerieren.

Die Regionalstelle im Regierungsbezirk Düsseldorf steht unter der Leitung von Herrn Dr. Conrad Middendorf, der als Regionalgeschäftsführer Rheinland der St. Franziskus-Stiftung Münster für das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort verantwortlich ist, und Frau Anika Schilder, Koordinatorin QVG und Referentin Pflege beim Vorstand in der Franziskus-Stiftung. Das Team wird durch Barbara Boos, Kerstin Gersmeier und Eva Matzat in der Regionalstelle vor Ort vervollständigt. Alle drei Mitarbeiterinnen verfügen über eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege und eine mehrjährige Berufserfahrung. Die im Anschluss absolvierten Studiengänge zur Pflegepädagogik, innovativen Pflegepraxis und Pflege- und Gesundheitsmanagement ermöglichen einen multiprofessionellen Blick auf das Themenfeld der Beratung im pflegerischen Kontext.

Bei Fragen können Sie sich an das KoNAP-Team der Regionalstelle im Regierungsbezirk Düsseldorf wenden:

KoNAP-Regionalstelle im Regierungsbezirk Düsseldorf
c/o St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort
Bürgermeister-Schmelzing-Str. 90
47475 Kamp-Lintfort
Tel.: 02842 / 97 55 503

 

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