Donnerstag, 11.12.2014

„Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland hat bisher beispielhafte Arbeit geleistet, zu der man nur gratulieren kann“

Im Dezember vergangenen Jahres wurde der „Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland e.V.“ in Münster gegründet. Zum einjährigen Bestehen hat ihn jetzt eine Würdigung von hoch kompetenter Stelle erreicht: „Der Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland hat bisher beispielhafte Arbeit geleistet, zu der man ihn nur beglückwünschen kann“, heißt es in einem Schreiben von Dr. Regina Klakow-Franck. Die Ärztin gehört dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem höchsten Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlands, als unparteiisches Mitglied an.

Im Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland e.V. arbeiten Krankenhäuser und ihre Träger, Reha-Kliniken, Seniorenheime, Pflegedienste und Ärztenetze zusammen.

„Für sektorenübergreifende Verbünde bieten sich große Chancen, wenn sie die qualitätsrelevanten Handlungsfelder systematisch bearbeiten und Ergebnisse umsetzen“, schreibt die Expertin weiter. Die so erreichbare höhere Qualität komme dann auch beim Patienten an. „Er erlebt ganz direkt eine bessere Vernetzung und Kommunikation, nahtlose Übergänge zwischen stationär und ambulant“, betont Dr. Klakow-Franck gegenüber Dr. Daisy Hünefeld, Vorstand der St. Franziskus-Stiftung Münster, in deren Trägerschaft katholische Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen stehen, sowie ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende des Qualitätsverbundes Geriatrie Nord-West-Deutschland.

15 Gründungsmitglieder schlossen sich im Vorjahr dazu zusammen. Inzwischen zählt der Verbund bereits 36 Mitglieder, mehr als doppelt so viele. Krankenhäuser sind darunter, Reha-Kliniken, Seniorenheime, Pflegedienste und Ärztenetze in Nordrhein-Westfalen und Bremen. Gemeinsam arbeiten sie daran, die Geriatrie – den auf ältere, alte und hochaltrige Patienten spezialisierten Zweig der Medizin – weiterzuentwickeln, zu vernetzen und auf neue, umfangreichere Aufgaben vorzubereiten.

„Die demographische Entwicklung in Deutschland spricht eine eindeutige Sprache: Immer mehr Menschen werden künftig Leistungen der Geriatrie in Anspruch nehmen“, so Dr. Hünefeld. Um die Versorgung dieser Patienten zu optimieren, sind Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern mit und ohne Akut-Geriatrie, Geriatrischen Reha-Kliniken, Gerontopsychiatrien sowie niedergelassenen Ärzten, Seniorenheimen, Pflegeeinrichtungen und Fachverbänden unerlässlich.

Für eine intensivere Kooperation gibt es noch weitere Gründe: „Gesundheitspolitische Forderungen zählen dazu, etwa der Landeskrankenhausplan NRW 2015, die insgesamt höheren Anforderungen der Patienten an Behandlungsqualität und Service sowie die steigende Komplexität in der Gesundheitsversorgung mit vielen Angeboten unterschiedlicher Dienstleister“, betont die Vorstandsvorsitzende.

Der Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland ist als gemeinnütziger Verein organisiert. Die Mitglieder arbeiten unterhalb der Ebene des Verbundes in neun regionalen Gruppen zusammen. Dies geschieht sektorenübergreifend – die Akteure sind sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich tätig – und trägerübergreifend: Zu den Mitgliedern zählen Einrichtungen in katholischer, evangelischer und kommunaler Trägerschaft.

Dem Verbund geht es laut Satzung um die Sicherstellung und Weiterentwicklung einer qualitativ hochstehenden, vernetzten geriatrischen Versorgung. Abgestimmt sollen die zur Verfügung stehenden Ressourcen im Interesse der Patienten optimal genutzt werden. „Gemeinsam arbeiten wir außerdem daran, medizinisch-pflegerische Kenntnisse und Fertigkeiten weiterzuentwickeln und weiterzugeben, im Sinne eines Know-how-Transfers“, unterstreicht Dr. Hünefeld. In besonderem Maße kommen den Patienten auch abgestimmte Leistungskonzepte sowie die Optimierung der Kommunikation in der gesamten Behandlungskette zugute.

„Jedes unserer Mitglieder aus dem Bereich der Akut- und Reha-Geriatrien arbeitet nach den hohen Standards des Bundesverbandes Geriatrie und wir verpflichten auch alle künftig hinzu kommenden Partner dazu“, so die Vorstandsvorsitzende. Der Anstieg der Mitgliederzahl des Verbundes im ersten Jahr zeige, dass man in der richtigen Richtung unterwegs sei. Der Verbund ist offen für weitere qualifizierte Mitglieder. Regionale Netzwerkkonferenzen und Qualitätszirkel bestehen in den Regionen:

  • Münster/ Lüdinghausen/ Warendorf
  • Beckum/ Hamm/ Ahlen
  • Lünen/ Waltrop-Datteln/ Recklinghausen
  • Rheinland/ Kreis Viersen/ Süchteln
  • Gesundheitsregion linker Niederrhein
  • Sauerland
  • Gronau
  • Aachen
  • Bremen

„Unsere bisherigen Erfahrungen sind überaus ermutigend“, unterstreicht Dr. Hünefeld. Mit der Netzwerkbildung sei man dem Ziel einer besser abgestimmten Behandlungskette „aus einem Guss“ für den Patienten bedeutend näher gekommen. Positive Auswirkungen zeigten auch die Arbeit an einem verbesserten Case-Management, der IT-Vernetzung, der Optimierung des Screening- und Assessment-Verfahrens im stationären Setting sowie in den Bereichen Fortbildung/Schulung sowie Qualitätssicherung/Evaluation. Ein Förderantrag für Kompetenznetzwerke in der regionalen geriatrischen Versorgung ist gestellt – Kernstück einer Qualifizierungsoffensive zur besseren Versorgung alter Menschen in regionalen Netzwerken.

Mehr über den Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland und ein vollständiges Mitgliederverzeichnis auf www.qualitaetsverbund-geriatrie.de